Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hilft in allen Konsumlagen
Werbetäuschungen an den Kragen gehen
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in der Mainzer Innenstadt bietet interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein breites Angebot an Beratungsleistungen, die wir Ihnen in dieser und den kommenden Ausgaben vorstellen möchten.
Das Beratungsangebot widmet sich einer großen Bandbreite von Themen. Wer sich dafür interessiert, welche Versicherungen für welche Lebenslagen die richtigen sind, wer Fragen zur Altersvorsorge hat oder wer wissen möchte, was man bei belästigenden Telefonanrufen, Ärger mit Reiseveranstaltern oder bei fragwürdigen Abonnements tun kann, ist hier an der richtigen Adresse. Bei der Verbraucherzentrale bekommt sie oder er die richtigen Tipps. Susanne Umbach ist diplomierte Oecotrophologin oder Ernährungswissenschaftlerin, wenn man das nicht leicht über die Lippen zu bringende Wort vermeiden möchte. In der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz leitet sie die Abteilung Lebensmittel und Ernährung, deren Angebot wir hier unter die Lupe nehmen.
Ein wichtiges Anliegen sei die Aufklärung darüber, dass gesundes Essen nicht unbedingt teuer sein müsse, erklärt Susanne Umbach. Daher suchen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen den Kontakt mit Eltern und Erzieherinnen, um bereits beim Nachwuchs ein solides Fundament für eine gesunde Ernährung zu legen. In Kitas und Schulen führt man Projekte durch, bei denen Kinder und Eltern durch praktische Demonstrationen erfahren, auf was man bei der Ernährung achten sollte. Um das Thema nicht zu trocken zu behandeln, verdeutlicht man den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln auch schon mal mit bunten Holzwürfeln. Voraussetzung für eine gesunde Ernährung ist nicht zuletzt, dass man gesund einkauft. Daher führt die Verbraucherzentrale Einkaufstrainings an Schulen durch und bietet zahlreiche Materialien zum Ausleihen an. Auf die Frage, in welchen Bereichen die Verbraucher die meisten Fragen hätten, nennt Susanne Umbach einerseits die Reklamationen bei verdorbenen Produkten. Außerdem würde das Telefon unentwegt klingeln, wenn Themen wie Schweinegrippe oder EHEC die Berichterstattung der Medien bestimmten. Sehr viel Aufklärungsbedarf bestünde zudem hinsichtlich der Aufmachung und Werbung der Produkte.
Viele Lebensmittel würden zu Unrecht wie Medikamente beworben, ohne den entsprechenden Ansprüchen zu genügen. Oft handele es sich um „Werbetäuschungen“, die zwar rechtlich nicht zu beanstanden seien, die jedoch den Verbraucher nicht angemessen über Wirkungen und Nebenwirkungen der Produkte informierten. „Die Bewerbung vieler so genannter medizinischer Produkte bewegt sich in einer Grauzone“, so Ernährungsexpertin Umbach. Dem erkältungsbedingt leicht lädierten Autor konnte Susanne Umbach schließlich auch noch einen guten Gesundheitstipp geben: Statt Vitamin-C-Tabletten einzunehmen, solle man lieber zur Paprika greifen, da diese neben Vitaminen auch noch eine Menge anderer gesundheitsfördernder Substanzen beinhalte.
•Joachim Dersch•

