Gespräch mit dem Mainzer Formel-3-Nachwuchstalent Sven Müller

Die Faszination der perfekten Maschinenkontrolle

Stadtausgabe: Sven, was treibt Dich an?

 

Sven Müller: Ganz klar, mein Ehrgeiz. Mein Ziel ist die Formel 1. Ich werde alles daran setzen dieses Ziel in den kommenden Jahren zu erreichen. DTM ist natürlich auch eine super Sache, aber nicht mit der Formel 1 zu vergleichen. Die Formel 1 ist die Spitze des Formelsports.

Worin besteht der Unterschied zwischen Formel 3 und Formel 1?

Mein Formel 3 hat mit mir zusammen ein Mindestgewicht von 550 Kilogramm und 220 PS was schon ein beträchtliches Leistungsgewicht darstellt. Die Kurvengeschwindigkeiten sind bedingt durch die Aerodynamik und Downforce (Ansaugen des Fahrzeuges an die Fahrbahn) der Formel 1 schon sehr nahe. Jedoch die Beschleunigung und Bremswerte übersteigen die der Formel 3 doch noch erheblich.

 

Drei Eigenschaften, die ein Rennfahrer braucht um Formel 1-Weltmeister zu werden?

Ehrgeiz, Leidenschaft und Disziplin.

Wieviele davon hast du?

Ich habe alle.

Was ist deine größte Schwäche als Rennfahrer?

Mein Englisch könnte besser sein. Nicht nur für Interviews, auch für die Kommunikation mit meinem italienischen Technikerteam. Ein wenig muss ich auch auf mein Gewicht achten. Ich darf keine Muskelmasse zulegen. Das wäre schlecht für die Reaktionszeit.

Dein Traumauto – beruflich?

Bis jetzt mein Formel 3 vom Prema Powerteam. In der Formel 1 der Silberpfeil.

Und Dein privates Traumauto?

Es gibt so viele Traumautos. Müsste ich mich aber festlegen dann würde ich mich momentan für den Mercedes SLS AMG entscheiden. Ein Supersportwagen mit überragender Fahrdynamik. Fast schon ein Rennfahrzeug. Ich bin den SLS schon mal auf einer Rennstrecke gefahren. Das war wirklich beeindruckend.

Was findest Du so faszinierend am Fortbewegungsmittel Auto?

Das Handling. Als Mensch eine Maschine perfekt kontrollieren zu können.

Während ein Rennen läuft, an was denkt man da?

Ich bin ausschließlich aufs Fahren konzentriert. Wenn man daran denkt, dass in der nächsten Sekunde etwas falsch laufen könnte – etwa, dass einem ein Fehler unterläuft, der die Rundenzeit beeinträchtigt – sollte man besser gleich in der Box bleiben.

Wenn es mit der Rennfahrer-Karriere dann doch nicht so laufen sollte, wie Du es dir wünschst …?

Ich werde auf jeden Fall im Autobereich bleiben, dann vielleicht als Testfahrer. Und sollte das auch nicht gelingen, würde ich versuchen das Erbe meines Vaters (Red.: Michael Müller, Geschäftsführer GFÜ- Prüfstelle in Klein-Winternheim) anzutreten.

Dein Vorbild in der Formel 1?

Ich habe in der Formel 1 kein Vorbild.

Woran liegt das?

Es gibt so viele Rennfahrer, die im Laufe der Zeit durch ihre Persönlichkeit rausgestochen sind, weshalb ich mich nicht festlegen kann.

Deine Lieblingsrennstrecke?

Spa, dort bin ich auch schon gefahren. Es ist ein Kurs mit allen Kurvenvarianten. Sehr anspruchsvoll zu fahren, auch bedingt durch die Höhenunterschiede.

Wo siehst Du dich in fünf Jahren?

In der Formel 1

•Jo Baldauf•

Foto: privat

Sven Müller:

* 7. Februar 1992 · Geburtsort: Mainz
Hobby: Kartfahren, Skifahren, Angeln, Zur zeit Ausbildung bei Mercedes-Benz, Mainz
Motorsport: Kart seit 2004, Formelsport seit 2010
2011: Platzierung im Rahmen der ADAC
Formel Masters
1. Platz Rennen 2 Sachsenring
1. Platz Rennen 3 Sachsenring
1. Platz Rennen 3 Assen
1. Platz Rennen 2 Hockenheimring
Gesamtplatz: 3 (mit 4 Siegen und 12 Podiumplätzen)

 

Weitere Infos:

www.sven-mueller-racing.de und
auf facebook: sven müller official


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